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Erfolgsprojekt ÖKOPROFIT: Umweltschutz mit beeindruckenden Zahlen untermauert

Dies war ein bedeutender Tag für neun Unternehmen aus dem Kreis Höxter. Sie haben nun schwarz auf weiß, dass sie sich intensiv um den betrieblichen Umweltschutz kümmern und durch verschiedene Maßnahmen zum Teil enorme Einsparungen erzielen.

Aus den Händen von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und Landrat Friedhelm Spieker nahmen sie im Glass-Cube in Herste ihre ÖKOPROFIT-Urkunden in Empfang.

Unter dem Motto „Umweltschutz mit Gewinn“ steht ÖKOPROFIT für „ÖKOlogisches PROjekt Für Integrierte Umwelt-Technik“. Bereits zum zweiten Mal hatte der Kreis Höxter die Unternehmen aus dem ganzen Kreisgebiet eingeladen, an dem Projekt teilzunehmen. Gefördert mit Landesmitteln aus dem Umweltministerium beschäftigten sich neun Betriebe in gemeinsamen Workshops und Vor-Ort-Beratungen unter anderem mit dem Einsatz und Einsparmöglichkeiten von Wasser, Energie und Rohstoffen sowie der Verringerung von Abfall- und Abwasseraufkommen.

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Landrat Friedhelm Spieker begrüßte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser vor dem imposanten Glass-Cube der Firma glaskoch B. Koch jr. in Herste. Foto: Kreis Höxter

Klimaschutz im Fokus der Unternehmen
„Wir wissen, dass die Themen Klimaschutz, Energieversorgung und vor allem Energie sparen in der öffentlichen Diskussion stehen“, sagte Landrat Friedhelm Spieker bei seiner Begrüßung. Diese Themen würden zunehmend aber auch in den Fokus der Unternehmen rücken. „Grund dafür sind neben einem gesteigerten Umweltbewusstsein die wachsenden Energie- und Rohstoffkosten. Als Faustregel gilt dabei: Wer seine Energieeffizienz verbessert, kann die Betriebskosten deutlich senken und damit die Wettbewerbssituation des Unternehmens verbessern.“ Gleichzeitig ginge es für zahlreiche Unternehmen aber auch darum, soziale und ökologische Verantwortung als Unternehmensprozess zu leben und nach außen darzustellen.

ÖKOPROFIT sei dafür ein ideales Umsetzungsinstrument. „Liegt doch eine der großen Herausforderungen für den Umweltschutz darin, Zusammenhänge besser zu erkennen und dann vernetzend tätig zu werden“, sagte Spieker. „Wie gut das funktionieren kann, erleben wir heute bei dieser Auszeichnungsveranstaltung.“ Schutz und Schonung der natürlichen Lebensgrundlagen könne nur durch Mobilisierung möglichst vieler Kräfte gelingen. Mit der Einstellung „Die anderen machen das schon…“ kämen wir beim Thema Umweltschutz nicht weiter. „Hier ist jeder Einzelne gefragt“, appellierte der Landrat. „Mit allen Handlungen und Verhaltensweisen haben wir es selbst in der Hand. Wir müssen immer daran denken, dass es darum geht, die Lebensqualität für uns und unsere Kinder zu erhalten – auch hier bei uns im schönen Kulturland Kreis Höxter.“

Guter Effekt für das Betriebsklima
Lob gab es auch von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser für die ausgezeichneten Betriebe: „Sie haben gezeigt, was eine zukunfts- und umweltorientierte Unternehmensführung heute ausmacht – nicht stehen bleiben, sich nicht auf Erfolgen ausruhen, sondern nach vorne schauen und innovativ handeln.“ Als ganz wichtigen Aspekt sah sie die Vernetzung der Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Es gehört aber auch zur Philosophie von ÖKOPROFTI, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng mit einzubeziehen. „So entstehen immer wieder Effekte, die für alle sichtbar sind. Der Erfolg des einen ist immer der Erfolg aller“, so die Ministerin. „Das gemeinsame Engagement für ÖKOPROFIT ist nicht nur gut für das Weltklima – sondern kann auch gut für das Betriebsklima sein.“

Mit beeindruckenden Zahlen belegte sie den Erfolg des Projektes ÖKOPROFIT. Mit den neun Unternehmen aus dem Kreis Höxter seien bereits 2.118 Betriebe und Einrichtungen in NRW mit der ÖKOPROFIT-Urkunde ausgezeichnet worden, dahinter stünden mehr als 500.000 Beschäftigte. Die Bilanz für die Umwelt können sich sehen lassen: „In ganz Nordrhein-Westfalen werden durch ÖKOPROFIT jährlich rund 727 Millionen Kilowattstunden Strom weniger verbraucht, über 51.000 Tonnen Restabfall fallen pro Jahr weniger an und mehr als 3,7 Millionen Kubikmeter Wasser werden eingespart. Zudem wird der Ausstoß von CO2 jährlich um etwa 318.000 Tonnen verringert.“ Der ökonomische Gewinn sei nicht minder beeindruckend, so Heinen-Esser: „Die beteiligten Unternehmen sparen insgesamt Jahr für Jahr rund 82 Millionen an Betriebskosten ein.“

Weiterer Erfahrungsaustausch geplant
Um den großen Erfolg im Kreis Höxter fortsetzen zu können, soll ein ÖKOPROFIT-Club gegründet werden. „Wir stellen uns vor, dass wir mit interessanten Vorträgen von Experten weiteren Input geben und die Unternehmen in Vor-Ort-Terminen weiter unterstützen“, erläuterte Landrat Spieker. „Wichtig ist uns aber auch der weitere Erfahrungsaustausch der Firmen untereinander in lockeren Gesprächen.“ Die Einrichtung eines Clubs befürwortete auch Dorothee Meier von B.A.U.M. Consult in Hamm, die das Projekt im Kreis Höxter begleitet und die Maßnahmen der einzelnen Betriebe bei der Veranstaltung vorgestellt hat. 67 Einzelmaßnahmen sind zusammengekommen, die insgesamt zu einer Einsparung von rund 506.000 Euro geführt haben.
 

Ökoprofit Gruppenaufnahme
Strahlende Gesichter gab es bei der ÖKOPROFIT-Auszeichnungsveranstaltung im Glass-Cube in Herste. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (vorne 2. von rechts) und Landrat Friedhelm Spieker (vorne rechts) haben neun Unternehmen aus dem Kreis Höxter für ihre erfolgreiche Teilnahme am Projekt ausgezeichnet. Foto: Kreis Höxter

Folgende 9 Unternehmen haben am Projekt ÖKOPROFIT erfolgreich teilgenommen:

Blumen Ortwein aus Warburg: Erweiterung der PV-Anlage um 85 kWp, Installation einer öffentlichen E-Ladesäule (2 x 22 KW), Prüfung, den Pflanzenbezug CO2 neutral zu stellen, Umstellung auf Recyclingpapier, Umstellung der kompletten Beleuchtung auf LED-Technik, Beschaffung eines E-Smarts, Bau einer Regenwasserzisterne, Nutzung der Wärme der Zisterne in Kombination mit einem Holzvergaser und einem Pufferspeicher. Jährliche Einsparung: 10.400 Euro, 39,1 Tonnen CO2, 64.000 kWh Energie.

Buddenberg Kunststoffe Fliegel aus Bad Driburg: Austausch der Drucklufterzeugung, Austausch von 80 T8 Leuchtstofflampen gegen LED Tiefstrahler sowie weiterer Beleuchtung, weiterer Umbau & Austausch von Formteilautomaten, Austausch der Dampferzeugung (veraltet/Kessellebensdauer erreicht), Optimierung des eingesetzten Verpackungsmaterials (bedarfsgerechte Passform), Umstellung der Trockenfärbung auf Nassfärbung, Abdichten der Undichtigkeiten und Isolierung der Dampfleitungen. Jährliche Einsparung: 233.200 Euro, 939,3 Tonnen CO2, 4.192.200 kWh Energie, 10 Tonnen Abfall.
Finkeldei Polstermöbel aus Nieheim: Nachrüstung eines Druckluftschalters, Aktualisierung der Gefährdungsanalysen, Erstellung eines Energiekonzeptes, Verbesserung des Abfalltrennsystems, Erneuerung der Betriebsanweisungen, Umstellung der Beleuchtung der Ausstellung auf LED-Leuchtmittel, Umsetzung der Maßnahmen aus dem Energiekonzept. Jährliche Einsparung: 3.190 Euro, 6 Tonnen CO2, 13.500 kWh Energie und 3 Tonnen Abfall.

glaskoch B. Koch jr aus Herste: Umstellung auf LED-Beleuchtung im Verwaltungsgebäude und im Außenbereich, Umstellung der Lieferpapiere auf Recyclingpapier (ca. 700.000 Blatt pro Jahr), Umstellung auf ÖKO-Strom, Optimierung der Wertstofftrennung, Förderung der Biodiversität durch Anlegen von Wildblumenwiesen, Bau eines Insektenhotels, Aufstellen von Vogeljulen, Einbindung der LEONARDO Stores in das ÖKOPROFIT-Projekt, damit auch an den Verkaufsstellen Ressourcen geschont werden, Austausch von Heizungspumpen, Einführung eines technischen Lastmanagements.Jährliche Einsparung: 11.456 Euro, 211,9 Tonnen CO2, 59.529 kWh Energie, 110 m³ Wasser.

Heinrich Mahlmann aus Steinheim: Austausch von Polystyrol-Kaffeebechern gegen Mehrwegbecher, Bezug von Ökostrom, Umstellung auf Recyclingpapier, Einsatz von zwei Langaufliegern „Typ 1“, Aktualisierung der Arbeitsschutzdokumentation, weitere Optimierungen in den Beleuchtungsanlagen / der Beleuchtungssteuerung, Optimierung des Abfallmanagements, Einstieg in die eMobilität (Flottenfahrzeug + Wallbox). Jährliche Einsparung: 36.800 Euro, 301 Tonnen CO2, 102.000 kWh Energie, 3 Tonnen Abfall, 180 m³ Wasser.

Maderas Holztechnik aus Ovenhausen: Maßnahmen zur Verschnittoptimierung, Mehrfachnutzung von Verpackung, Anschaffung einer LED-Beleuchtung im Werk Bredenborn, Erweiterung der Abfall-Trennung durch die Einführung der Kunststofftrennung, Reduzierung der Druckluft-Leckagen am Standort Ovenhausen, Umstellung auf lösemittelfreie Öle für die Oberflächenbehandlung, Austausch der alten Beleuchtung durch LED im Werk Ovenhausen. Jährliche Einsparung: 34.850 Euro, 9,1 Tonnen CO2, 15.000 kWh Energie.

Plastikpack aus Bergheim: Erneuerung des Kaltwassererzeugungssystems am Standort, Einsatz LED-Beleuchtung an den Arbeitsplätzen in der Produktion, Neustrukturierung der Abfallorganisation im Werk – Reduzierung des Restmülls, Reduzierung des Ausschusses während der Produktion um 0,5 Prozent pro Jahr im Vergleich zu 2018, Umstellung auf Recyclingpapier in der Produktion (1.000 Pakete pro Jahr), Einsatz von Recyclingmaterial (Post-Consumer-Rezyclat) zur Herstellung von Kanistern, Austausch der Beleuchtung in der Produktionshalle auf LED, Erweiterung Drucklufterzeugung um einen hocheffizienten Kompressor. Jährliche Einsparung: 176.500 Euro, 294 Tonnen CO2, 1.188.200 kWh, 20 Tonnen Abfall, 110 m³ Wasser.

Textile Mietdienste Wäscherei Schopp aus Bad Driburg: Anschaffung eines Block-Heiz-Kraft-Werks, damit Eigenerzeugung von Wärme und Strom für Maschinen, Optimierung der Abfalltrennung (Erweiterung Sammelmöglichkeiten), Anschaffung von Mehrwegkleiderschutzhüllen, Umstellung der Reinigungsmittel und Waschmittel auf phospatarme bzw. umweltfreundlichere Produkte, Anschaffung von Handtrocknern anstelle von Stoffrollen, Beschaffung einer neuen Mangelstraße, Anschaffung einer Photovoltaikanlage. Jährliche Einsparung: 580 Euro.

Wieneke Color Pulverbeschichtung aus Bad Driburg: Umstellung von Plastikrührstäbchen auf Holzrührstäbchen in der Kantine, Umbau und Optimierung der Drucklufterzeugung, Rückbau der Warmwasserzirkulation zum Bürobereich, Umbau / Optimierung der Luftführung in der Kompressorstation, Überprüfung, die Abwärme der Öfen für Heizzwecke zu nutzen. Jährliche Einsparung: 2.077 Euro, 6,4 Tonnen CO2, 16.298 kWh Energie.


OEKOPROFIT_Broschuere_Hoexter_2019, 9241 KB

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