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Fachtagung des Kreises Höxter zum Dialog der Kulturen

„Interkulturelle Kompetenz ist eine wichtige Schlüsselqualifikation, die in einer globalisierten Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt.“ Grund genug für Ulrike Schmidt vom Kreis Höxter, Fachberaterin Tageseinrichtungen für Kinder, den Dialog der Kulturen zum Thema eines Fachtages in der Aula des Kreishauses zu machen.

Für den Workshop zur Vermittlung von Interkultureller Kompetenz für pädagogische Fachkräfte im Kreis Höxter hatte Ulrike Schmidt zwei hochklassige Referentinnen eingeladen: Mehrnaz Koch-Kondazi und Satu Fischer vom Verein Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung, kurz ESE, in Münster. Der Verein kümmert sich um die Aufarbeitung von ethnologischem Material, um damit für Laien verständliche Informationen über andere Kulturen bereitzustellen. Diese sind wissenschaftlich fundiert und vermitteln Mechanismen der interkulturellen Verständigung.

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Ulrike Schmidt (von links), Fachberaterin des Kreises Höxter für Tageseinrichtungen für Kinder, hat mit Satu Fischer und Mehrnaz Koch-Kondazi vom Verein Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung aus Münster zwei kompetente Referentinnen für das Thema „Dialog der Kulturen“ gewinnen können. Foto: Kreis Höxter

Beide Referentinnen verfügen selbst über längere Auslandserfahrungen, so dass sie ihre eigenen Fremdheitserfahrungen konstruktiv in die Vermittlung von Interkultureller Kompetenz einbringen konnten. Und tatsächlich hinterließen die zahlreichen praktischen Beispiele zu kulturell bedingten Missverständnissen den stärksten Eindruck bei den Teilnehmenden. So erzählte Satu Fischer, dass es in Indonesien üblich sei, Gäste am späten Nachmittag mit den Worten zu begrüßen: „Hast du schon geduscht?". Doch dahinter stecke weder ein Hinweis auf schlechten Geruch noch die Einladung, die Dusche des Gastgebers zu benutzen, wie einige Teilnehmer vermuteten. Es handele sich dabei schlicht um eine Redewendung, mit der der Fragende sich nur erkundigen will, ob jemand schon Feierabend hat oder er schon fertig fürs Abendessen ist.

Im Laufe des Tages erfuhren die Teilnehmer sehr viel über „unsere“ Kultur und wie sie in anderen Länder wahrgenommen wird. Mehrnaz Koch-Kondazi berichtete dazu als gebürtige Iranerin sehr interessant, wie sie in den ersten Jahren deutsche Traditionen und Gepflogenheiten wahrgenommen hat. So empfand sie zum Beispiel das deutsche „Mahlzeit“ nicht als Gruß in der Mittagszeit, sondern fasste es als Aufforderung auf, sofort ihr Büro zu verlassen und unverzüglich zum Mittagessen zu gehen.

Es wurde deutlich, wie schnell es bei der Begegnung mit Mitgliedern anderer Kulturen zu unangenehmen Situationen, Missverständnissen oder gar Konflikten kommen kann. So wurden auch Kulturen und Gesellschaften thematisiert, die kollektiv organisiert sind oder bei denen die Familie und Traditionen eine weitaus wichtigere Rolle spielen als bei uns. Die Teilnehmenden machten aber auch regen Gebrauch von der Möglichkeit, Beispiele kulturell bedingter Missverständnisse aus der eigenen Arbeitswelt darzustellen. So gab es viele Aha-Momente, als die Ursachen dieser Missverständnisse durch die Referentinnen aufgedeckt wurden.

Zum Schluss wurde unter dem Aspekt „Wo sind meine Grenzen?“ aufgezeigt, wie weit Toleranz gehen kann und wo Anpassung nötig ist. Allen wurde bei dem Workshop vor Augen geführt, wie sehr sie bei der täglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die anders kulturell sozialisiert sind, darauf achten müssen, dass die Gegebenheiten ihrer eigenen Kultur nicht universal gültig sind. „Die Kinder brauchen viel Zeit, den Spagat zwischen den Erwartungen ihrer Ursprungskultur und den kulturellen Erwartungen unserer Gesellschaft hinzubekommen“, fasste es Ulrike Schmidt in ihrem Schlusswort zusammen.